Marcus in Brasilien

Domingo, Julho 31, 2005

Blumenau und Stundenplan

Franziska kennt von Blumenau bisher nur die Rodoviária und das beliebte Hotel Hermann. Das soll sich an diesem Sonntagvormittag ändern. Leider haben alle Geschäfte geschlossen, und so erkunden wir den Friedhof der evangelischen Kirche. Hier sind alle, aber auch wirklich fast alle Namen deutsch. Von ca. 500 Gräbern finden wir zwei mit portugiesischen Nachnamen. Die evangelische Kirche scheint hier in Brasilien sehr reich zu sein, sehr viel reicher als die katholische Kirche. Die Kathedrale besichtigen wir natürlich auch, und das Neumarkt Shopping Center. Es hat hat aber auch wirklich bis auf Apotheken und Zeitschriftenkioske alles geschlossen, und so nehmen wir um 1 den Pinga-Pinga zurück nach Floripa.
Dort angekommen kümmern wir uns dann um solch wichtige Dinge wie der Auswahl von Vorlesungen und dem Zusammenbasteln eines Stundenplanes. Wir müssen 12 SWS machen, und da ich in Deutschland bereits alle Vorlesungen gehört habe, mache ich hier nur noch einige Veranstaltungen mit, die ich mir dann später als freiwillige Studienleistungen anerkennen lassen kann. Dementsprechend dünn besiedelt ist auch mein Stundenplan:

Sábado, Julho 30, 2005

Alle betrunken - Freund Zait 2004

Pünktlich um 9 fahren Forsti, Conny, Franziska und ich mit dem Bus nach Jaraguá. Dort ist heute Straßenfest deutscher Vereine, Steves WEG-Kollege Wilson Bruch hat eingeladen. Für 20 Reais gab es ein T-Shirt, „uma explosão de alegria“ – eine Freudenexplosion. Träger dieses T-Shirts erhielten Churrasco und Getränke bis zum Abwinken. Da gab es wieder den Baependi-Verein, wo wir vor ein paar Wochen auf einem Fest waren, und eine Gruppe namens „Alle betrunken – Freund Zait 2004“.


Alle betrunken


FREUND ZAIT 2004

Was immer sie uns sagen wollen, im zweiten Halbsatz hat der Alkohol Überhand über die Rechtschreibung gewonnen. Das größte Zelt war das Schützenfestzelt, hier haben wir uns am Churrasco bedient, Forsti hatte wieder seine Trompete dabei und Steve hat noch ein bisschen getrommelt.


Churrasco aus brennenden Tonnen mit Brasiliens bestem Fleisch bisher


Forsti an der Trompete und Wilson Bruch in seinem Element


Steve sieht weniger alemão aus als der Knabe neben ihm

Abends machen wir uns wieder auf den Rückweg, ich bekomme nur einen kleinen Zwischenhalt in Pomerode mit, und bin absolut zu kaputt, am Abend noch etwas zu unternehmen.

Sexta-feira, Julho 29, 2005

Letzter Arbeitstag

Es ist wieder wärmer geworden, und der Kurs des Euros erholt sich langsam in Relation zum brasilianischen Real. Perfekte Voraussetzungen für den letzten Arbeitstag, schließlich wird der sich dem Praktikum anschließende Studienurlaub dann sehr viel günstiger ausfallen.
Morgens lege ich auf der Arbeit einen Aktenordner mit allen meinen Dokumenten an (wahrscheinlich wird irgendjemand diesen am Montagmorgen auf den Schrott werfen – aber egal. Ansonsten mache ich dann erst mal Beleza zu allen: Daumen hoch und foi um prazer. Es war mir ein Vergnügen. Mittags erwische zum ersten Mal seit drei Tagen Helvio, und lege ihm endlich meinen Praktikumsbericht vor. „Sehe ich mir am Wochenende an“, sagt er knapp. Er hat nämlich in den letzten Tagen nur Konferenzen und Besprechungen gehabt. Aber alles beleza. Und er habe jetzt leider schon wieder einen Termin bei Intelbras. Dort wird ein Verbesserungsvorschlag im Qualitätswesen von dem brasilianischen IHK-Pendant prämiert. Helvio ist eines von drei Jurymitgliedern, und sagt: „Vá comigo“. Komm doch einfach mit. Ist doch eh dein letzter Tag. „Um vier Uhr kommt Franziska“, sage ich. „Tranqüile, um 3 sind wir zurück.“ Intelbras ist ja auch quasi in der Nachbarschaft, und so wie ich das verstanden habe, Südamerikas größter Telefonhersteller. 500.000 Apparate hauen die jedes Jahr raus, und auf vielen steht nicht Intelbras, sondern Philips, NEC, usw. Eine Arbeitergruppe wird prämiert, die im Gehäuse den Gabelschalter einer Telefonserie umgestaltet haben will. Das ist witzig genug: Durch Miniaturisierung wurde die Technik im Hörer immer leichter, so dass man in den letzten Jahren zusätzliche Bleikappen um die Ohrmuschel befestigten musste, um das notwendige Gewicht zur Auslösung der Gabel zu erhalten. Lösung der Gruppe: Sie haben den Schalter ausgewechselt, und kaufen jetzt bei einem anderen Zulieferer ein. Dieser Schalter ist etwas anders konstruiert, und lässt sich leichter herunterdrücken. Die Bleigewichte entfallen, und der Hörer wird leichter, der Transport billiger. 200.000 R$ spart Intelbras dadurch jährlich. Na gut, die sparen durch das enorme Produktionsvolumen so viel, aber so besonders kreativ finde ich den Vorschlag, den Zulieferer zu wechseln, jetzt nicht. Immerhin haben sie den Vorschlag immerhin von zwei Jahren umgesetzt – scheint ja ein megaflexibles Unternehmen zu sein.


Intelbras

Als einer der drei Kammermitglieder überreicht Helvio dann die Medaillen und einen Pokal für die Mitarbeiter, dann gibt’s noch ein kleines Buffet. Der Abteilungsleiter Logistik bietet noch eine Führung durchs Unternehmen an: Das werden wir uns natürlich nicht entgehen lassen, sagt Helvio, und mein dezenter Hinweis, um 4 Uhr erwarte ich Franziska bei Olsen, dürfte im allgemeinen Beleza untergegangen sein. Das Werk ist aber schon ziemlich krass: 1976 gegründet, als man in Brasilien Gespräche noch von Hand vermittelte (was man in Deutschland bis in die 20er Jahre machte?). 90% der Mitarbeiter sind weiblich, und es kam mir vor wie eine Textilfabrik in Bangladesh. Platinen werden zum Teil handgelötet, zum Teil mit modernen Maschinen bestückt. Sehr interessant. Man darf nie vergessen: Die mão-de-obra, die menschliche Arbeitskraft, kostet hier einfach nichts. Ein weiteres Highlight: Eine eigene Bankfiliale im Haus. Und eine Monatstafel mit allen Mitarbeiten, wo sie ein grünes, gelbes oder rotes Gesicht magnetisch anheften, je nach Zufriedenheit. Soll wahrscheinlich so ein „wir sind alle eine glückliche Familie“ symbolisieren. Alles Beleza. Auch die ausgebeutete kleine Frau am Lötkolben ist zufrieden.


Alle glücklich

Um zwanzig nach vier treffen wir wieder bei Olsen ein, wo mich Franziska im Empfang erwartet. Es musste ja so kommen. Ich mache mit ihr eine Führung, angefangen im Ausstellungsraum, durch die ganze Fabrik bis in meine Ingenieurabteilung. Ich rieche förmlich schon, dass es wieder ein Festa de Salgadinhos (Häppchenfest) geben wird, denn auch Mitpraktikant Claudio hat heute seinen letzten Tag. Helvio bedankt sich für unsere Mitarbeit, as portas ficam sempre abertas (die Türen bleiben immer offen für Euch), und weitere Praktikanten aus Deutschland sind natürlich immer willkommen. Wir müssen auch noch was sagen, da bedanken wir uns natürlich für die Hilfe und Unterstützung und die vielen freundlichen Kollegen. Nach dem Kuchen und den Salgadinhos geht’s dann zum letzten Feierabend zum letzten Mal mit Claudio zurück nach Floripa. Er setzt Franziska und mich an der Rodoviária ab, und wir erreichen gerade noch den Semidireito nach Blumenau um 18:35 Uhr. Dort kommen wir gegen 21 Uhr an, checken im Hermann ein und treffen Forsti und seine Freundin Conny, die seit letzter Woche ebenfalls hier ist. Wir gehen nett zusammen im Casa Velha essen, und landen wie gewöhnlich im Obervatório, Blumenaus Studentendisco.

Quinta-feira, Julho 28, 2005

Fazer um bolo = Kuchen backen

Nach der Arbeit war ich heute noch mal mit Franziska im Comper, um Kuchenzutaten einzukaufen. Der Comper ist ein Supermarkt in Trindade, der deutlich näher an unserem Haus in Carvoeira liegt als der Angeloni in Santa Mônica, wo ich früher immer eingekauft habe, als ich noch bei Luiz gewohnt habe. Fertig gebackene Kuchen in der Bäckerei sind genauso teuer wie alle Zutaten für einen Rührkuchen: Die Arbeitskraft kostet ja einfach nichts. Dementsprechend wenig Backmischungen, Kuchenglasuren etc. gibt es hier im Supermarkt, aber da ich für die Kollegen einen Kuchen backen will, möchte ich den Kuchen auch bitteschön selbst backen und entscheide mich für meine eine billige Arbeitskraft. Während der Kuchen in der Röhre ist, erkläre ich Franziska den Weg zu Olsen mit dem Bus, denn sie wird mich morgen dort besuchen.

Quarta-feira, Julho 27, 2005

Japaner wieder da

Rika und Takuya, die ja Franziska bisher noch gar nicht kennt, sind wieder da. Sie haben eine einmonatige Brasilienrundreise gemacht, und bringen zahlreiche Fotos mit, z.B. von der Insel Fernando de Noronha. Franziska und ich sind mit dem Kochen dran, und es gibt eine Kartoffel-Paprika-Suppe.

Terça-feira, Julho 26, 2005

Prof. Luiz korrigiert

Luiz hatte sich schon vor einigen Wochen angeboten, meinen portugiesischen Praktikumsbericht zu korrigieren. So schicke ich ihm mittags eine Version zu, von der ich dachte, sie sei schon fast perfekt, zumal Claudio und Diogo ja auch schon zahlreiche Unklarheiten ausgemergelt hatten. Abends treffe ich mich mit Luiz, und alles ist wieder rot. Ein Verfassungsrechtsprofessor findet eben doch mehr unschöne Ausdrücke. So basteln wir den ganzen Abend lang…

Segunda-feira, Julho 25, 2005

Letzte Arbeitswoche

Heute mache ich nicht mehr viel. Der Praktikumsbericht auf Deutsch ist längst geschafft, und auch die portugiesische Übersetzung nähert sich ihrer Fertigstellung. Ich konstruiere noch eine kleine Sägevorrichtung, damit ein Bauteil meines Verbesserungsvorschlages in Serie produziert werden kann. In der Mittagspause korrigieren Claudio und Diogo schon mal etwas an meinem Relatório (portugiesisch für Bericht), damit Prof. Luiz morgen nicht so viel zu tun hat.

Domingo, Julho 24, 2005

Inselrundfahrt mit Luiz und Michelle

Mal wieder kommen wir nicht zum Ausschlafen, denn morgens um neun holt Luiz uns ab. In meinem „alten Zuhause“ in Santa Mônica gibt es noch ein zweites Frühstück. Luiz und Michelle müssen ja zunächst noch Franziska kennen lernen, und ich Franziska das Haus zeigen.


Luiz an der Praia Campeche in kurzer Hose und dünnem Pullover, allen anderen ist kalt

Etwas später trifft Luiz’ Cousin ein, der ursprünglich auch aus Belém kommt, aber jetzt als Universitätsprofessor in Kalifornien arbeitet. Luiz’ Cousine und ihr Sohn kommt auch, und mit zwei Autos starten wir bei furchtbar kaltem Wetter, Nebel und etwas Regen in den Süden der Insel. Vom Kloster kurz vor Armação hat man bei gutem Wetter einen exzellenten Ausblick auf den Strand, an dem wir an unserem ersten Wochenende in Floripa waren, aber jetzt ist alles eine Nebelsuppe.


Armação bei Nebel

Wir fahren weiter in den Süden der Insel, und gehen in Pantano do Sul, wo die Straße am Strand endet, in ein Restaurant, dessen Wände mit wahrscheinlich mehreren zehntausend Zetteln beklebt sind. Da sag mal jemand, das sei keine Zettelwirtschaft. Leider ist mehr so ein Strandrestaurant, und die Fenster (hatte es überhaupt Fenster oder waren es nur Planen?) halten definitiv nicht dicht.


Winterjacken am Strand


Das sind ein paar Zettel

Verfroren fahren wir über Rio Tavares nach Lagoa de Conceição, wo wir den Nachmittag bei einer heißen Schokolade mit Sahne bzw. Glühwein ausklingen lassen.
Am frühen Abend bringen uns Luiz und Michelle nach Hause, und da ja Leonice und Hallthmann mit ihrem Prachtstück Lucas im gleichen Condominio wie Franziska und ich wohnen, schauen wir kurz vorbei und bewundern den inzwischen elf Tage alten Lucas.
Abends treffen wir Luiz und Michelle noch in der Kirche, aber wegen der Semesterferien sind nur wenige Studenten in der Kirche.

Sábado, Julho 23, 2005

Florianópolis kennen lernen

Heute stehen Franziska und ich früh auf, wenngleich das Wetter nicht so besonders gut ist und wir einen geplanten Trip nach Blumenau dann ausfallen lassen. Dafür mache ich mit Franziska eine Führung durchs Stadtzentrum von Floripa, wo ich bisher genau einmal war. Nach dem Ausstieg am TICEN stürzen wir uns in Geschäftsleben im Mercado Publico, wo es billige Kleidung und wahrscheinlich über Paraguay eingeschmuggelte elektronische Geräte zu kaufen gibt. Wir waren in der großen Buchhandlung, und ich habe mir ein interessantes Buch gekauft: „Como dizer tudo em Inglês“. Wie sage ich alles auf Englisch? Es listet brasilianische Sprichwörter und Frasen auf, z.B. für Konferenzen, Einladungen aussprechen etc., und wie man das auf Englisch sagt. So vergesse ich wenigstens auch meine angerosteten Englischkenntnisse nicht ganz. Wir kaufen noch eine Glückwunschkarte zur Geburt von Lukas, und machen uns irgendwann in den großen Angeloni, bevor wir nach Hause zurückkehren.
Am Nachmittag war dann Kuchenessen mit den Amerikanern angesagt: Eine Gastmutter backt hin und wieder halbprofessionell Hochzeitstorten, und hat heute ein paar Kalorienbomben gezaubert. Sie ist allein stehend und hat ein furchtbar verwöhntes kleines Schoßhündchen, dem Eduardo, Markus und ich Angst einzujagen versuchen.


Halb Plüsch, halb Tier


Viele Amis, ein paar Brasilianer und Markus und Marcus

Mitten beim Kuchen essen ruft mich Luiz an, ob wir nicht morgen Lust auf eine kleine Inselrundfahrt hätten? Na klar, ich sage prompt zu.
Für die Amerikaner ist es schon der letzte Tag in Floripa, und so gehen wir am Abend noch zum Mexikaner in der Lagoa, wo es schöne Live-Musik gibt. Milene und Tatiana kommen auch, und haben Besuch aus São Paulo mitgebracht: ihre Schwester Patricia, mit der wir vor etwas mehr als einem Monat in Campos de Jordão waren, besucht Floripa.

Sexta-feira, Julho 22, 2005

Churrasco für Franziska

Endlich hat Delmo mal wieder für Churrasco eingekauft. Franziska kennt das Spielchen ja immer noch nicht, leider hat er keine Hühnerherzen gekauft. Markus hat sich dafür vor ein paar Tagen gebraucht eine Gitarre gekauft, und sein Liederbuch und er legen los.


Zur Abwechslung mal wieder ein kleines Churrasco

War sehr nett, Ingmar hat auch noch vorbeigeschaut, und wir waren abends noch in einer netten kleinen Tanzbar auf dem Kontinent, direkt am Brückenkopf der alten Ponte Hercílio Luz. Vorher mussten wir mit vereinten Kräften Ângela davon abhalten, uns in ein Tanzlokal zu schleppen, vor dem nur 60-jährige standen.

Quinta-feira, Julho 21, 2005

Bowling - oder nicht

Für heute war seit langer Zeit Bowling geplant. Wir also hin zur Bowling-Bahn. Wenn man hier aber für halb neun eine Bahn reserviert, und bis halb 11 keine bekommt – na dann ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch ein Grund für uns gewesen, dass wir uns dann verabschiedet haben.

Quarta-feira, Julho 20, 2005

Kartoffelsalat

Annas Eltern sind angekommen (mit dem versprochenen Notebook im Gepäck), und sprechen besser Deutsch als ich Holländisch. Franziska und ich waren mit dem Kochen dran, und es gibt Kartoffelsalat mit Frikadellen.


Delmo und Ângela


Winterabend in Carvoeira mit dem Morro da Cruz

Domingo, Julho 17, 2005

Praktikumsbericht schreiben

Heute bleiben wir im Haus, Franziska lernt Portugiesisch und ich schreibe an meinem Praktikumsbericht. Ich schreibe erst auf Deutsch für Prof. Schneider, und wenn mir dann nichts mehr einfällt, wechsle ich in das portugiesische Dokument für Profª Leila, und übersetze das Kapitel.
Da mich das im Moment ganz gut auslastet, gibt es auch vorerst im Tagebuch nicht sooo viel Neuigkeiten.


Lucia, vielen Dank für das Sandmännchen-T-Shirt!

Sábado, Julho 16, 2005

Inselrundfahrt mit Franziska


Franziska an der menschenleeren Praia Mole

Heute konnten wir gegen eine Leihgebühr von einer Autowäsche Ângelas Fiat Palio mieten, und so habe ich mit Franziska eine Inselrundfahrt gemacht. Erst wollten wir bei Luiz und Michelle vorbei (die in São Paulo waren, wie ich erst später erfuhr), und dann sind wir nach Lagoa und an die Praia Mole. Zum Baden war es ganz klar zu kalt und zu stürmisch. Danach sind wir, wie auch ich am ersten Wochenende, in Santa Antonio de Lisboa, dem Azorendorf, eingekehrt und haben noch einen Abstecher in den Süden der Insel gemacht, bevor bei Franziska der Jetlack zuschlug.

Bucht in Sambaqui

Sexta-feira, Julho 15, 2005

Teraço Brasil

Heute waren wir wieder in dem Edelschuppen Terraço Brasil in Cacupé. Es waren fast alle Leute da, die ich so über Ângela und Delmo kenne, von den Amerikanern bis zu Tatiana und Milene. Livemusik und den schönen Ausblick aufs Stadtzentrum gibt es natürlich auch.

Quinta-feira, Julho 14, 2005

Einbruch

Bei Anna, der Holländerin, im Haus ist heute eingebrochen worden. Laptop weg. Sie wohnen in der zweiten Etage, und die Diebe sind wohl durch die offenen Fenster rein. Ich habe Hoffnung, dass das bei uns in der fünften Etage nicht soo schnell passiert. Gott sei Dank kommen ihre Eltern nächste Woche, die bringen dann gleich einen Neuen mit.

Quarta-feira, Julho 13, 2005

Franziska chegou

Hoje tenho um dia de folga. Heute habe ich einen Tag Zeitausgleich. Da helfe ich Ângela morgens etwas mit der Wäsche, und beantrage mit auf der Post eine CPF – die Personenkennziffer. Leider muss ich noch auf ein anderes Amt, und das frühestens am Freitag, welches natürlich nur tagsüber geöffnet hat. Also muss ich das nach Ende des Praktikums mal erledigen.
Mit Ângela und Eduardo fahren wir zu Eduardos Uni, eine der vielen kleinen Privatunis. Eduardo will sich für das nächste Semester immatrikulieren, und Ângela darf zahlen: 600 R$ pro Monat. Nicht schlecht. Zunächst müssen aber noch Altschulden für überzogene Bücher aus der Uni-Bibliothek dort beglichen werden, alles zieht sich noch hin. Franziska schreibt eine SMS, dass ihr Flug mit Verspätung starten wird. Und irgendwann kommen wir am Flughafen an. Als wir in die Ankunftshalle kommen, sehe ich durch die Tür Franziska, wie sie ihren Koffer vom Band holt. 30 Sekunden später ist sie da – das war Just in Time auf Brasiliansich.
Nach dem Mittagessen ist Franziska wider Erwarten gar nicht soo kaputt, also drehen wir eine Runde über den Campus, schauen mal bei Cássia rein, besorgen ihr eine brasilianische Telefonnummer und ich zeige ihr Márcias Wohnung, wo die Portugiesischstunden stattfinden werden. Jetzt bin ich in der Tutorenrolle, so wie damals Vera.
Noch jemand anderes ist heute angekommen: Lucas, das Baby von Leonice und Hallthmann aus der Studentengemeinde, wird heute geboren.

Terça-feira, Julho 12, 2005

Blick nach Deutschland


Intercity auf der Rheinstrecke bei Bacharach

Heute richtete sich mein Blick mal wieder häufiger nach Deutschland: Wo ist Franziska jetzt? Morgen um 12:00 Uhr erwarte ich sie auf dem Aeroporto Hercílio Luz.
Abends hat Markus gekocht, und wir haben die Zimmer getauscht: Ich werde jetzt zunächst mit Franziska in Takuyas Zimmer einziehen, der ja immer noch durch Brasilien reist.


Markus é alto demais für die brasilianische Kücheninfrastruktur

Außerdem habe ich es tatsächlich geschafft, das W-LAN im Haus einzurichten.

Segunda-feira, Julho 11, 2005

Kirmes in Schierschwende

Heute waren wir abends mit Ângela auf der Kirmes in ihrem Heimatort südlich von Palhoça. Den Namen des Ortes habe ich vergessen, er ist zu klein um in einer Karte verzeichnet zu sein. (Nennen wir den Ort Schierschwende, denn die Schierschwender Kirmes soll ja laut Forst auch ein nettes Dorffest sein.) Die Dorfkirche ist barocken Baustils und eine der ältesten in der Region Grande Florianópolis, und rundherum waren Buden, Kinderfahrgeschäfte etc. aufgebaut. Im Festsaal gab es Churrasco, und nachher noch einen großen Bailão-Tanz. Da bin ich dann aber schon mit einem Bekannten von Ângela nach Hause, der auch nach Florianópolis zurückfuhr, denn ich war einfach zu müde.

Domingo, Julho 10, 2005

Paket

Gestern Abend hatte der Fusca schon die ersten Zicken beim Einlegen des Rückwärtsganges gemacht, deswegen sind Steve und ich am Morgen noch einmal bei Egard, einem Arbeitskollegen von Steve vorbei. Dessen Vater, Charly, war beim Autokauf dabei, und meinte so auf Deutsch: „Die Kupplung, da gibt es ein Problem. Aber du brauchst Kraft, Junge.“ Er hat den Gang dann ein paar Mal reingebrochen, und dann ging es auch schon wieder flüssiger. Steve hat mich zur Rodoviária gefahren, wo ich um Meio-Dia, 12 Uhr mittags, ankam. Der nächste Bus ist ein Pinga-Pinga, und fährt erst um 1, benötigt drei Stunden. Da fängt man dann schon mal an zu rechnen: Mit nem Auto wäre ich jetzt in zwei Stunden zu Hause. Sprich 14 Uhr. Mit dem Bus komme ich um 16 Uhr an der Rodoviária in Floripa an, und muss dann noch eine halbe Stunde Bus fahren und 20 Minuten laufen. Und tatsächlich: um kurz vor 5 komme ich bei Luiz und Michelle an. Denn mit ihnen habe ich mich zum Paket auspacken verabredet. Die Verwandten aus Belém sind da, das heißt vier Kinder und vier weitere Erwachsene. Die vier Toblerone-Tafeln lasse ich also gleich da, und freue mich über mehr Schokolade, einen neuen Osnabrück-Reiseführer, CDs, und viele andere tolle Sachen. Vielen Dank!

Sábado, Julho 09, 2005

Fusca

Um 5 Uhr morgens bin ich dann wieder aufgestanden, damit ich um kurz vor sechs mit dem Bus erst zum Terminal, und dann um 7 nach Blumenau fahren kann. Was für ein Aufwand, wenn man sich um halb 11 in Blumenau beim Friseur verabredet hat. Nun, verständlicherweise habe ich die gesamte Busfahrt gepennt. Forsti treffe ich wie verabredet in der Schlange beim Cabalereiro, und auch Steve ruft an, dass er endlich den perfekten Fusca gefunden habe. Baujahr 1974. Bis er mit dem Geschäft alles klar gemacht hat, bleibt noch etwas Zeit für Descansar im beliebten Hotel Hermann, danach fährt ein quietschgrüner Fusca vor: Wir wechseln uns dann mit den Probefahrten ab, landen in Pomerode in der bekannten Ausflugsgaststätte „Siedlertal“ und kehren pünktlich zum Kaffee nach Blumenau zurück. Schließlich gilt es zu überprüfen, ob der Kuchen im Café „Hilda“ wirklich besser schmeckt als im „Kaffeehaus Gloria“. Der Test wurde erfolgreich abgeschlossen, wenngleich bei „Hilda“ die Kassiererin kein Deutsch spricht – na ja, für Blumenau schon fast ein Minuspünktchen. Danach wird es auch schon Zeit für den Gottesdienst – unser Versuch, an diesem Wochenende Edgar zu treffen, aber er ist nicht da.
In der Rua Joinville, der Straße seiner Pfarrei, gibt es am Anfang ein nettes Restaurant, wo wir zu Abend essen, und danach wird es auch schon Zeit, in Richtung „Dona D“ aufzubrechen. Eine Disco, in die wir heute wollen. Perfekt. Wieder eine Rock-Cover-Band, gute Stimmung. Danach falle ich im Hermann tot ins Bett. Wie gut dass wir das alles heute nicht laufen mussten, und der Fusca gut schnurrt. Aber beim Rückwärtsgang, da zickt er manchmal.


SC- Timbó LYI 4775 gehört nun Steve.

Sexta-feira, Julho 08, 2005

Americanos

Die erste Mail, die ich heute auf der Arbeit abrufe, hat Luiz mir gestern Abend geschickt:
Marcus,

Chegou aqui em casa a caixa com a encomenda que os seus pais lhe mandaram da Alemanha.

Podemos combinar de nos encontrarmos amanhã a noite para que eu possa levar até sua nova casa a caixa, o que achas?

Abraços,
Luiz Magno

Das Fresspaket ist da! Leider werde ich heute Abend keine Zeit haben, denn sechs weitere Fresspakete treffen ein: Heute kommen doch die amerikanischen Austauschstudenten, und eine wird bei Ângela und Delmo untergebracht werden. Richtig, und das Willkommens-Churrasco ist natürlich auch bei uns. Wie ich das von meinem ersten Tag in Brasilien auch kenne. Teilweise sprechen sie schon ganz gut Portugiesisch, teilweise Englisch mit breitem Texas-Slang, denn dort kommen sie her. Einige sprechen auch Spanisch, das ist ja in Südtexas üblich, deswegen klappt’s schon irgendwie. Später am Abend gehen wir dann noch in die Republica-Bar. Der Mann von Delmos Schwester spielt in einer Rock-Cover-Band, und die hatten heute einen Auftritt dort. Wir bekommen über irgendwelche Kanäle Freikarten, tolles Konzert, und erst um 3 Uhr morgens lag ich dann im Bett.

Quinta-feira, Julho 07, 2005

Die fetten Jahre sind vorbei

Adrián, der Qualitätsdoktorand, ist heute wieder im Unternehmen. Für seine Doktorarbeit benötigt er Daten für eine Durchlaufzeitmessung, also nehmen wir uns ein Los Aluprofile, die für die Tablettarme der Stühle verwendet werden, und begleiten diese vom Lager über die Fräs- und Bohrmaschinen und über die Entgratungsabteilung bis durch die Lackierkabine. Zuvor hatten wir die Profile an für den Kunden unsichtbaren Stellen mit dem Schlagdorn markiert. Adrián ist ein Top-Theoretiker und kommt mir mit der Lei Little (in Deutschland auch als Little’s Law bekannt) und diversen Produktionsstrategien.



Für den Abend lade ich ihn ins Kino ein, leider kann er nicht. Aber Markus, Anna und Ângela sehen sich mit mir in der UDESC den Film „Die fetten Jahre sind vorbei“ mit Daniel Brühl und Julia Jentsch an, der im Portugiesischen „Educadores“ heißt – Die Erziehungsberechtigten. Sehr genialer Film, sollte man gesehen haben. Auch hier wohnen die Hauptdarsteller sicherlich nicht zufällig in der Hausnummer 23.

Quarta-feira, Julho 06, 2005

Simones letzter Arbeitstag

Heute hatte Mitpraktikantin Simone ihren letzten Arbeitstag. Da hat sie noch ein bisschen weniger gemacht als sonst, aber immerhin einige Fotos. Sie wird jetzt ihre Graduação abschließen, was dem Bachelorgrad entspricht. Wieder mal fällt auf: Brasilianische Universitäten sind vergleichbar mit deutschen Volkhochschulen, nicht mal eine Conclusão, eine Abschlussarbeit muss sie schreiben. Mein Verbesserungsvorschlag ist inzwischen in Produktion, und das ist ganz schön anstrengend: Da muss ich mit den Zeichnungen zu allen Leuten in der Werkstatt laufen. Fräs mir mal diesen Absatz hier drin, bohr mir dort ein Gewinde herein.

Zu Hause wäre eigentlich ich mit Kochen dran gewesen. Es gibt jedoch noch genügend Suppe aus den letzten Tagen, so dass ich noch einmal davon komme. Stattdessen habe ich mal versucht, das Internet für meinen Rechner hier einzurichten, hat aber noch nicht funktioniert, so dass ich weiterhin nur auf der Arbeit Netz habe.

Terça-feira, Julho 05, 2005

Cesars neues Auto

Die Morgentemperatur ist von 26°C gestern auf 11°C heute gefallen.
Heute war der Federnvertreter von Molas Brusque da, irgendwie scheine ich der einzige in der Firma zu sein, der einigermaßen Federn dimensionieren kann, deswegen war natürlich dabei. Die Vokabeln für Windungsabstand, federnde Windungen und Blocklänge musste ich also auch erst einmal lernen, aber die Mathematik ist dann ja die gleiche.
Abends war ich mit Markus und Gastbruder Eduardo noch auf der Geburtstagsfeier einer seiner Kumpels, Felipe. Da ich als einziger nüchtern geblieben bin, habe ich von Corrego Grande bis Carvoeira meine erste Autofahrt absolviert. Und auch Cesar Olsen hat ein neues Auto:


Corvette, sprich: Korwetschi

Segunda-feira, Julho 04, 2005

Kurzzeitmitbewohner

Mein Zimmer ist wirklich ziemlich klein, und nachts ist es ziemlich laut auf den Straßen Carvoeiras. Aber wie es aussieht kann ich bald mit Franziska in Vera und Sebastians altes Zimmer einziehen. Delmo arbeitet in São José, und kann mich deshalb bis zum Hipermercado BIG auf dem Kontinent mitnehmen, von dort sind es nur noch 10 Minuten mit dem Bus.
Auf der Rückfahrt mit Claudio stellen Rodrigo und Jones klar: Der Sommer ist vorbei, es gibt Südwind aus Rio Grande der Sul. Das gibt es nur einige Male im Jahr, und der komme direkt vom Südpol. Morgen, sagt Jones mit seiner 20-jährigen Fischererfahrung, wird es kalt. Und heute regnet es.
Zum Abendbrot hat Ângela Suppe gekocht, und Sebastian wird morgen schon nach Deutschland zurückfliegen. Also ist die Mähne abgekommen und hier präsentieren sich Marcus Maria und Markus Barriga mit ihrem Kurzzeitmitbewohner:

Domingo, Julho 03, 2005

Trilha Galheta

Heute wurde es mit Ausschlafen wieder nichts: Pünktlich um 8:30 Uhr stand ich am TITRI, um mit der Wandergruppe der Studentengemeinde per Bus nach Barra de Lagoa aufzubrechen. In Barra mündet die Lagoa ins Meer, und von dort sind wir über den Berg zur Praia Galheta und zur Praia Mole gelaufen. Man hat einen wunderbaren Ausblick, auf der einen Seite aufs offene Meer und die vorgelagerte Ilha Xavier, auf der anderen Seite auf die Lagoa und den Stadtteil Lagoa de Conceição. An beiden Stränden waren wir Schwimmen, sehr genial. Wenngleich hier inzwischen der Winter begonnen hat, ist es in den letzten Tagen ungewöhnlich warm, so dass man ohne Probleme baden kann.



Zu Hause angekommen, musste ich nur noch duschen und den gepackten Koffer schnappen, und dann hieß es Abschied nehmen aus Santa Mônica. Luiz hat mich zu Ângela und Delmo gefahren. Ich werde zunächst bei Rika im Zimmer schlafen, die zusammen mit Takuya und weiteren Japanern heute zu einer einmonatigen Brasilien-Rundreise aufgebrochen ist. Hier ist es üblich, dass jeder 1x pro Woche kocht, ich werde mittwochs kochen. Markus ist auch heute eingezogen. Anna, die Holländerin, gehört ja quasi auch zum Inventar, und Sebastian wird bis Dienstag mein Kurzzeitmitbewohner.

Meine neue Adresse lautet:
Rua das Acácias, 113
Bloco A2, Apto. 501
Carvoeira
88040 – 560 Florianópolis

Sábado, Julho 02, 2005

Festa Julina bei uns zu Hause

Manchmal feiert man ein Festa Junina auch im Juli. Dann heißt es dementsprechend Festa Julina. Und das Festa Julina der Studentengemeinde findet traditionell bei Luiz und Michelle im Hause statt. Morgens um neun fällt wieder eine Gruppe Freiwilliger bei uns zu Hause ein, und spätestens als Cássia (die „Lachmaschine“) eintrifft, weiß ich, dass das mit dem Ausschlafen heute mal wieder nichts wird. Also stürze ich mich mit in die Vorbereitungen. Fähnchen werden gebastelt, es wird gekocht, Lichterketten und Papierschlangen aufgehängt, eine Fotowand mit Geburtstagskindern erstellt, …


Unser Haus wird geschmückt

Irgendwann nachmittags sind wir fertig, und ich lege mich noch zwei Stunden hin und mache descansar.
Abends ab 19 Uhr trudeln die ersten Gäste ein, auch Anne und Ingmar haben sich angekündigt. Etwa die Hälfte kenne ich zumindest vom sehen aus der Studentengemeinde, die andere Hälfte sind Freunde. Insgesamt kommen etwa 60 bis 80 Personen. Am Anfang kommt noch nicht so richtig Stimmung auf, aber irgendwann kommen dann die typischen Spielchen: Es gibt ein Cadeia, ein Gefängnis. Jeder bekam beim Eintritt vier Kärtchen: zwei, um jemanden ins Gefängnis zu stecken, und zwei, um eine Person der Wahl zu befreien. Es gibt auch zwei Polizisten, die die Leute dann filmreif im Wildwest-Stil festnehmen. Immer, wenn im Gefängnis mehr Stimmung ist, als auf der Party (z.B. weil im Gefängnis getanzt wird, auf der Party aber nicht), werden alle Gefangenen unter der Bedingung, dass die Stimmung auf die Party mitnehmen, freigelassen.


Wer traut diesen beiden Gefängniswärtern über den Weg?


Wagner wird zur Hochzeit gezwungen.


Alle Geburtstagskinder der Monate Juni und Juli aus der Studentengemeinde

Auf dem Abschiedsfest von Vera war Wagner der Polizist, der gleichzeitig auch als Sittenwächter diente, dass die Leute nicht zu eng aneinander tanzten. Heute war Wagner wieder da, allerdings als Bräutigam wider willen. Richtig, es gibt immer eine Hochzeit auf einem Festa Junina. Wurden letzte Woche Vera und Sebastian verheiratet, so waren es heute Wagner und Nilda aus der Studentengemeinde, in Wirklichkeit kein Paar. Der heutige Polizist musste also zunächst Wagner mit sanfter Gewalt vor den Traualtar führen, wo schon Nilda wartete, welche die Hochzeit wünschte. Luiz als Hausherr hat den Pfarrer gemimt, und musste etwas mehr Gewalt anwenden, um eine positive Antwort auf die Frage, ob Wagner die Nilda heiraten wolle, aus Wagner herauszuquetschen. Inzwischen war also die Stimmung allerbest, und da das Grundstück zum Tanzen für alle zu klein war, wurde dann auf der Straße weitergetanzt.


Ana, meine Tanzpartnerin auf dem Fest


Spät abends in der Rua Capitão Amaro Seixas Ribeiro

Sexta-feira, Julho 01, 2005

Sebastians Abschiedsfest

Auf der Arbeit muss man die Feste feiern, wie sie fallen: Kurz vor Feierabend ist Hélvios Zeit für seinen Via Sacre (den „heiligen Weg“, wenn er bei allen Mitarbeitern von Tisch zu Tisch geht und sich nach der Lage erkundigt). Als er bei mir ankommt, sagt er: Heute ist doch in der Pré-Corte, der Zuschnittsabteilung, wieder ein Festa de Salgados – Häppchenfest. Ich sage: Ich habe jetzt nicht wirklich Hunger. Er: Ja, aber wir müssen uns da doch wenigstens sehen lassen. Und du hast für Abteilung doch auch ein paar Vorrichtungen entworfen, du kennst die Leute doch auch alle... Wir also runter. Ich frage: Quem faz aniversário? – Wer hat Geburtstag? – Nein, niemand! Es ist doch weil wir den Boden gestrichen haben, und das feiern wir. Moral: Gibt dem Volk Brot und Spiele, dann sind sie zufrieden. Und wenn’s nur eine Pizza-Schachtel voll mit Häppchen und drei Flaschen Cola sind, macht sich immer gut.
Eine Woche nach Veras Abschied (die inzwischen wieder gut in Deutschland gelandet ist) wird auch Sebastian zurück nach Deutschland fliegen. So gab es heute Abend wieder ein Fest in der Rua das Acácias, wo ich einziehen werde. Leider kannte ich erheblich weniger Leute.


Gitarre raus, und ich spiel unplugged, Baby!


Sebastian im Paradies: mit Zapfanlage, Churruascospieß und Fußballfahne

Als das Fest zu Ende war, bin ich noch mit Takuya, Sebastian, Anna und Juan auf eine Uni-Party in der Odontológia-Lanchonette gewesen, das war natürlich sehr cool. Juan ist Spanier, und ich kannte ihn vorher nicht. Er ist jedoch der lebende Beweis dafür, das Floripa ziemlich klein ist: Im März war bei Steve in Floripa, als er Flávio gewohnt hat, eben dieser Juan eingezogen, den Anna vom Portugiesischkurs für Estrangeiros (Ausländer) kennt.